Der AStA der Universität des Saarlandes ist entsetzt über die Pläne des Präsidiums

von Benedict Weber

Der AStA der Universität des Saarlandes ist entsetzt über die Pläne des Präsidiums Dieses Jahr war das „Fest der Liebe“ für uns Studierende wohl eher das „Fest der Gebühren“. Die Landesregierung und das Präsidium der UdS hatten gleich drei neue Gebühren für die Studierenden im Gepäck: Verwaltungs-, Langzeit- und Zweitstudiengebühren. So schnellt zunächst der Semesterbeitrag für alle Studierenden um 50€ Verwaltungskostenbeitrag in die Höhe. Wer dann noch die Regelstudienzeit um vier Semester überschreitet oder gar ein Zweitstudium beginnt, legt nochmal 400€ oben drauf. „Studentinnen und Studenten der Saar-Universität zahlen dann schnell mal bis zu 700€ pro Semester.“, so die Vorsitzenden des AStA. Der AStA hat schon zu Beginn der Diskussion um die Verwaltungsgebühren davor gewarnt, dass damit auch Lang- und Zweitstudiumsgebühren wieder zum Thema werden. Insbesondere die geplanten Langzeitstudiengebühren sind das Ende vom gleichberechtigten Zugang zur Bildung. Studierende die neben dem Studium arbeiten müssen, um sich dieses zu finanzieren, sind oft schlicht nicht in der Lage ihr Studium in Regelstudienzeit zu beenden. „Wir sind schockiert, dass es überhaupt die Überlegungen seitens des Präsidiums gibt diese einzuführen“, so die Vorsitzende des AStA, Katharina Waller. Mit den Zweitstudiengebühren verabschiedet sich die Universität von ihrem Leitbild. Die Vorsitzenden des AStA empfehlen dem Präsidium daher sich ein neues, ehrliches Leitbild zu geben. In diesem könnte es dann heißen: „Sozial ungerechte Gebühren und zermürbender Leistungsdruck sind dabei zugleich zentrales Anliegen und handlungsleitendes Prinzip für die Zukunft.“ Die Ausgestaltung der Langzeitstudiengebühren im Gesetz könnten kaum sozial ungerechter sein und auch die Reglung, dass ein Langzeitstudium erst nach vier zusätzlichen Semestern zur Regelstudienzeit beginnt, scheint nur auf den ersten Blick großzügig. Liest man nämlich weiter findet man die Regelung, dass bei einem konsekutiven Studiengang die Regelstudienzeiten für Bachelor und Master zusammengezählt werden. „Das bedeutet, dass man nur längere Zeit krank werden muss, eine Prüfungsphase mal nicht so gut läuft oder man gar arbeiten muss neben dem Studium und schon treffen einen die Gebühren mit voller Härte“, so die Vorsitzende Katharina Waller. „Dies wird dazu führen, dass viele sich das Masterstudium schlicht nicht mehr leisten können.“ „Durch die Befürwortung von Verwaltungsgebühren sowie Lang- und Zweitstudiumsgebühren erreicht das Präsidium aus unserer Sicht vor allem nur eins und zwar, dass die Landesregierung sich erfolgreich aus der finanziellen Verantwortung für die Hochschulen gestohlen hat“, so der Vorsitzende Benedict-Julian Weber. Im eingeführten § 16 a Verwaltungkostenbeitrag des Saarländischen Hochschulgebührengesetzes hat der Landtag zum Schluss auch noch weitere Ausnahmegründe aufgeführt, nach denen die Universität unbillige Härtefälle durch die Gebühr verhindern kann. Die zusätzlichen Ausnahmegründe waren unsere Minimalforderung an den Landtag und es ist zu begrüßen, dass zumindest diese erfüllt wurden. „Wir erhoffen uns dadurch zumindest die sozial schwächsten der Schwachen schützen zu können“, so die Vorsitzenden. Der 64. AStA erwartet vom Präsidium, dass auch diese Ausnahmeregelungen zur Verwaltungsgebühr berücksichtigt werden. „Sollte das Präsidium diese Ausnahmereglungen nicht übernehmen wäre dies zutiefst unsozial und würde die Uni spalten“, so die Vorsitzende Katharina Waller. Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

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